Erotischer Literatur – Rezensionen


Wer kann sich dem Sog gut geschriebener erotischer Literatur entziehen?
Ich auf jeden Fall nicht! Denn ich liebe meine Bücher über alles und finde es großartig hier zu den meist erwähnten Werken etwas sagen zu können.

Ich weiß, dass gerade Rezensionen allseits beliebt sind, um Erotikseiten einen kleinen Hauch Kultiviertheit zu verleihen. Ich habe das nicht nötig, denn meine Seite ist kultiviert 😉

In die Tradition dieses Pseudo-Literatur- -Interesses lasse ich mich also nicht einreihen! Ich lese die Bücher selber und sage über sie, was ich denke. Das dabei nicht jedes Buch in den Himmel gelobt wird ist klar – zeigt zugleich aber auch, dass ich weiß wovon ich spreche und mir die Texte nicht einfach in meine Seite hinein kopiert habe.
Ich wünsche beim Lesen viel Vergnügen!

Henry Miller – Wendekreis des Krebses

Ich liebe Henry Miller, ich liebte ihn vom ersten Wort an! Aus Miller sprudeln die Gedanken, bejahen und feiern das Leben. Stilistisch brillant niedergeschrieben, erfolgt eine andauernde Vereinigung von Realität und Wunschtraum. Miller verwendet hochrealistische Skizzierungen seines Umfeldes und verknüpft sie kunstvoll mit den irrationalen Schilderungen seiner Gedankenwelt. Miller schreibt von Liebe, Sex, Kunst, Literatur, Essen, Freunden. Und: er predigt es nicht, er lebt es.
Dieses Werk ist damals wie heute eine Auflehnung gegen eine prüde Gesellschaft, die Dekadenz, den Stumpfsinn, die Langeweile und die sinnliche Unterentwicklung der Gesellschaft. LESEN!

Henry Miller – Stille Tage in Clichy

Stille Tage in Clichy beschreibt das Leben eines Autors, unschwer als Henry Miller selbst zu identifizieren, in Paris im Jahr 1933, das sich im Wesentlichen um Prostituierte und Geldnot dreht. Mit der von Henry Miller gewohnten leichten, drastisch-poetischen Sprache werden vielerlei Obszönitäten geschildert, aber auch die Freunde und das Leben in Paris beschrieben, was das Buch meiner Meinung nach so lesenswert macht. Ein wundervolles Werk! Prickelnd und sehr verführend es Henry Miller ein wenig gleich zu 😉

Henry Miller – Wendekreis Des Steinbocks

Ein typisches Henry Miller Buch: Ein anspruchsvoller künstlerischer Drahtseilakt.
Hin und wieder muss man sich beim lesen überwinden nicht das Buch beiseite zu legen, besonders wenn man es als Frau liest – aber letztendlich liebt man den frechen, unbekümmerten und so charmanten Henry viel zu sehr um ihm seine hin und wieder zweifelhaften Äußerungen böse zu nehmen ;-).

Anais Nin – Das Delta der Venus

Anais Nin schrieb erotische Geschichten, das ist bekannt. Aber um ehrlich zu sein: dieses Buch hat mich eher abgetörnt. Die Geschichten sind inhaltlich und sprachlich grobkörnig, die Erotik kommt wie mit Holzschuhen daher. Literarisch kann sie ihrem langjährigen Freund Henry Miller einfach nicht das Wasser reichen.

Anais Nin – Die verborgenen Früchte

Auch bei diesem Buch voll von Kurzgeschichten musste ich feststellen, dass ihre Bücher nicht jedermanns Geschmack sind. Ich finde ihre Erzählungen sehr langatmig und teilweise ermüdend zu lesen. Eine recht erotische Linie (die einem Wink mit dem sprichwörtlichen Zaunpfahl gleicht) durchzieht sämtliche Geschichten, die jedoch eher abstoßend auf mich wirken.

Giovanni Boccaccio Patmos – Das Dekameron

Ein wunderschönes Buch! Ich werde nicht müde einzelne oder mehrere Geschichten immer wieder zu lesen. Man spürt in der ausdrucksvollen Sprache die Hitze des Tages, die Lebenslust und die Unbekümmertheit der jugendlichen Erzähler während um sie herum in den Städten des 13. Jahrhunderts die Pest wütet und sie sich mit 100, teils lustigen, teils traurigen Geschichten die Zeit vertreiben. Natürlich muss man sich klar machen wie alt das Werk ist um es inhaltlich entspannt genießen und nachvollziehen zu können – aber dann ist das „Dekameron“ auch heute noch, mehr als 650 Jahre nach seiner Entstehung, eine vergnügliche erotische Lektüre.

Emanuelle Arsan – Emmanuelle oder Die Schule der Lust

Wer bei dem Namen Emanuelle nur an die grauseligen und platten Filmchen denkt hat bisher etwas verpasst. Denn die Romanvorlage ist ein höchst erotisches, anspruchsvolles und tief gehendes Buch, dass sich mit Erotik auf eine schöne, angenehme Art und Weise auseinandersetzt. Sinnliche Beschreibungen eines wunderschönen Landes, ein Sprachstil der jedes sexuelle Erlebnis für den Leser leicht wie ein Windhauch daherkommen lässt…
Leider ist nur das erste der unzähligen Emanuelle-Bücher empfehlenswert, da sie sich von Buch zu Buch in immer absurder erscheinende Sex-Abenteuer begibt.

„Die Schule der Lust“ ist aber absolut prickelnd, anregend und daher empfehlenswert!

Leopold von Sacher-Masoch – Venus im Pelz

Der Roman aus dem Jahre 1870 erzählt die Geschichte des Severin von Kusiemski, der das Verlangen hegt, von einer Frau gequält zu werden und mit seiner Geliebten Wanda einen Vertrag vereinbart, der ihn zu ihrem Sklaven macht.
Eine vollendete, angenehm poetische Sprache die keine Spur vulgär ist und ein Buchinhalt, der wohl jeden Mann zum Masochisten machen könnte.

Ach, ich wünschte ich wäre Wanda und hätte auch einen solchen verführerischen Pelz (ich würde allerdings einen Kunstpelz vorziehen) und einen so gefügigen Sklaven 😉 !

Kasanova

Wer eine Abfolge von mehr oder weniger lüsternen Szenen erwartet, welche sich mit dem Namen Casanova in erster Linie verbinden mögen, wird eher enttäuscht werden. Die Affären des Frauenliebhabers sind für heutige Verhältnisse eher zurückhaltend geschildert.
Auf der anderen Seite muss man sagen, dass Casanova mit zunehmendem Alter auch zu einem immer skrupelloseren Zeitgenossen mutierte, der im Gesamten wirklich nicht immer sympathisch wirkt – zum Beispiel durch sein rücksichtsloses Verhalten gegenüber Frauen. Manche Szenen lösen heute eine definitive Abscheu gegenüber dem Erzähler aus.
Kann man lesen, muss man aber nicht 😉

Im Rausch der Sinne – Antoine S.

Über dieses Buch habe ich mich maßlos geärgert. Ein völlig prüder Protagonist versucht Henry Miller zu imitieren und steigert sich in narzisstische Erzählungen und Schwärmereien hinein. Es ist schlichtweg nicht auszuhalten dieses Buch zu lesen – und weil ich während des Lesens abwechselnd genervt oder vom Charakter der Hauptfigur geekelt war ging jede Erotik flöten. Liebe User, wenn ihr dieses Buch seht: rennt um Euer Leben und tut es Euch nicht an diesen Schrott zu lesen!

Salz auf unserer Haut

Die Erzählerin des Buches schildert ihre Liebesgeschichte mit Gauvain, einem bretonischem Fischer. Da sie selbst der intellektuellen Szene Paris angehört, ist die kulturelle Kluft zwischen den Beiden so groß, dass die Liebe zwar ein Leben lang andauert, aber nie ein glückliches Ende findet. Das Buch hat mich nicht sehr bewegt – als Lektüre für Nächte mit Schlafproblemen aber bestens geeignet.

Ovid: Liebeskunst

Ovids Liebeskunst ist der Klassiker der Liebeslehre. Als erste europäische Liebeslehre unterscheidet sie sich grundsätzlich von orientalischen Handbüchern der Liebeskunst wie etwa dem Kamasutra. Ovid geht es um die Erotik, um das gesellschaftliche Phänomen der Liebe, weniger um den Aspekt der sexuellen Perfektion – ohne diesen Bereich allerdings völlig auszusparen.
Das große Lehrgedicht des römischen Dichters, das an keiner Stelle belehr, sondern von feiner Ironie durchzogen ist, erschien im Jahre 1 v. Chr.: Anleitungen zum Liebeswerben für den Mann und zum Umworbenwerden für die Frau.

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